Cyclist DEV

Es mag auf den ersten Blick abwechslungsreichere Rennradziele in Österreich geben: die Seen-Gebiete, das Hochgebirge, die Wein-Gegenden. Und doch verdient es auch der äußerste Nord-Osten Niederösterreichs, das ein oder andere Mal einen Besuch abgestattet zu bekommen. Donau-Auen, March-Schlösser, die Getreide-Kammer Österreichs und eine majestätische Distanz sprechen eindeutig für diese Runde rund um den Bezirk Gänserndorf entlang des ehemaligen eisernen Vorhangs.

 

Das Wiener Stadtgebiet lässt man am besten über Prater und Donauinsel hinter sich. So kommt erst gar keine Großstadt-Hektik auf und fast unbemerkt wechselt man von Wien nach Niederösterreich und befindet sich unvermittelt in der Lobau, dem westlichsten Teil des Nationalparks Donauauen.

Die Aulandschaften werden aber bald gegen die wogenden Getreidefelder des Marchfeldes getauscht und ohne große Umschweife geht es ostwärts in Richtung slowakischer Grenze. Bevor man die March, die über weite Strecken die österreichisch-slowakische Grenze bildet, erreicht, macht die Runde einen Schwenk nach Norden. Genau hier an diesem östlichsten Punkt des Tages befindet sich das größte der sechs Marchfeldschlösser, das Schloss Hof. Besonders der siebenterrassige Garten dieses Barockschlosses ist sehenswert, wobei man einen ersten Eindruck auch schon von der rund um das Schloss führenden Straße erhaschen kann.

Der March entlang, von deren geschützten Aulandschaften man allerdings leider fast nichts zu sehen bekommt, geht es nach Marchegg und weiter über Weikendorf und Prottes nach Dürnkrut.

Hier zwischen den verschlafenen Nachbarorten Dürnkrut und Jedenspeigen fand übrigens im August 1278 eine der größten Ritterschlachten statt. Der Sieg Rudolfs des Ersten über den König von Böhmen Ottokar II. Premysl bildete den Grundstein der Jahrhunderte lang währenden Regentschaft der Habsburger in Österreich.

Nach diesem kurzen historischen Ausflug wendet sich der Blick aber wieder Richtung Norden. Hohenau an der March ist bald erreicht, von wo es nun nicht mehr der slowakischen sondern der tschechischen Grenze entlang weiter geht. Da auch Österreich eine nördliche Begrenzung hat, rückt der Wendepunkt unweigerlich näher. Nach einigen Kilometern der tschechischen Grenze entlang, ist es auch für uns soweit, dem ehemaligen eisernen Vorhang den Rücken zu kehren und ab Schrattenberg wieder eine südliche Grundrichtung mit den Zielen Mistelbach und Wien einzuschlagen.

Für bergaffine Fahrer stellen die nun folgenden Weinviertler Hügel kein großes Hindernis dar. Sie sind nicht besonders steil und erst recht nicht besonders lang und doch bringen sie einen mit mittlerweile gut 150 Kilometern in den Beinen ganz schön zum Fluchen. Wenn dann auch noch der Wind stramm von vorne kommt, ist die Sehnsucht nach längst verflossenen Genuß-Ausfahrten nur allzu verständlich

Nach einer letzten Kraftprobe auf den Bisamberg ist es dann aber geschafft und auf der nördlichen Hälfte der Donauinsel geht es zurück zum Ausgangspunkt im Wiener Stadtgebiet.

 

Zugegeben, auf einigen Abschnitten ist diese Runde relativ verkehrslastig, das Höhenprofil ist ziemlich einfallslos, und ja, es stimmt, die Ortschaften entlang der Runde strahlen teilweise einen etwas spröden Charme aus. Aber mit der Prater-Hauptallee, der Fährfahrt über die Donau, dem schönen Spiel zwischen Wind und Wolken über dem Marchfeld, der Durchquerung der Lobau, der Rückfahrt auf der Donauinsel und der Skyline der Donau City überwiegen schlussendlich ganz klar die positiven Eindrücke und der Runde gelingt es, etliche Wiener Rennrad-Highlights zu vereinen.

Gestartet wird diese Runde beim größten Kreisverkehr Wiens, dem Praterstern. Von hier aus zieht eine schnurgerade, für den motorisierten Verkehr gesperrte Straße – die Prater Hauptallee – in 4,5 Kilometern zum Lusthaus.

Etwas umständlich sucht man sich von diesem ehemaligen kaiserlichen Jagdhaus einen Weg zum Radweg, der entlang des Donaukanals stadtauswärts führt. Zwischen dem bald erreichten Kaiserebersdorf und Schwechat wird der Fahrspaß aufgrund des etwas mühsamen Verkehrsaufkommens etwas getrübt. Erst mit Erreichen des Radweges entlang der Schwechat wird es wieder angenehmer. Möglicherweise gibt es für diesen nur mäßig reizvollen Abschnitt ja eine alternative Streckenführung. Ich habe sie allerdings noch nicht gefunden und allzu lange dauert dieser Abschnitt ohnehin nicht.

Ab Himberg geht es auf Landstraßen ostwärts, die speziell an Wochenenden, wenn der Berufsverkehr eine Pause einlegt, angenehm ruhig sind. Fast unbemerkt passiert man zwischen Rauchenwarth und Schwadorf den höchsten Punkt der Runde, wobei die erreichten 230 Meter Seehöhe eine Kategorisierung als Bergetappe dann doch nicht rechtfertigen.

Entlang des Wiener Flughafens erreicht man Fischamend, von wo es dann auf einer kleinen ruhigen Nebenstraße weiter geht. Trotz der parallel verlaufenden, stark befahrenen Ostautobahn kommt hier fast so etwas wie Landidylle auf, vorausgesetzt man lässt den Blick über die sich südlich von uns ausbreitenden Felder schweifen. Bei erster Gelegenheit wird die Autobahn unterquert und über Maria Ellend kommt man nach Haslau und zur Donau.

Nach dem Ende der Straße führt ein ziemlich holpriger Weg an ein paar Donau-Altarmen vorbei zum Ufer. Die Vermutung hier auf so etwas wie einen Hafen zu treffen, wird bitterlich enttäuscht. Die hier querende Fähre, die nur Fußgängern und Radfahrern (3,5€ pro Person, 1€ pro Fahrrad) zur Verfügung steht, liegt am anderen Donauufer. Sie kommt nur bei Bedarf herüber und legt dann ohne große Umschweife am unbefestigten, steinigen Strand an. Souverän trotzt sie der doch recht beträchtlichen Strömung und allzu schnell ist die Bootsfahrt auch schon wieder zu Ende.

Auf der nördlichen Donauseite erwartet uns Orth an der Donau mit seinem imposanten Schloss, das heute als Sitz und Besucherzentrum des Nationalparks Donau-Auen dient. Von diesem einzigartigen Nationalpark, der eine der größten noch intakten Aulandschaften Mitteleuropas beherbergt, bekommt man leider nicht allzu viel zu Gesicht, da einen der Routenverlauf geradewegs in das Marchfeld, die Kornkammer Österreichs führt.

Ohne jegliche Ausschläge im Höhenprofil fährt man in Richtung Groß-Enzersdorf und dann, schon innerhalb der Wiener Stadtgrenze, durch ein weiteres schönes Augebiet der Donau, die Lobau. Hier schlug bereits 1809 Napoleon mit seinen Truppen in der Feuerpause zwischen den blutreichen Schlachten bei Aspern und Wagram sein Hauptlager auf. Für uns geht es aber ohne Pause und weniger grausam in Richtung Donauinsel und auf dieser insgesamt 21 Kilometer langen künstlichen Insel, die die Donau von der Neuen Donau trennt und Teil des Wiener Hochwasserschutzes ist, zurück zum Ausgangspunkt.

 

Sehr schöne Nachmittagsrunde, die man auf den unzähligen, schönen Wienerwald-Straßen nach Belieben erweitern und mit anderen Runden kombinieren kann. Typisch Wienerwald eben.

Ausgangspunkt dieser kurzen, netten Runde ist die Wiener Stadtgrenze. Da wo Wien Liesing an Perchtoldsdorf grenzt, beginnt die Kaltenleutgeber Straße und hier findet man auch meist recht problemlos einen Parkplatz entlang der Straße.

Man folgt der Kaltenleutgeber Straße bis Stangau und es ist immer wieder verblüffend, wie schnell es geht, den Stadtverkehr hinter sich zu lassen und in die Ruhe des Wienerwaldes einzutauchen. In Stangau sucht man sich die kleine, ruhige Straße, die nach Gruberau führt. In Gruberau biegt man links auf die L130 ab, der man immer leicht bergab bis Heiligenkreuz folgt.

Aufgrund des leichten Gefälles ist das eine optimale Strecke, um ordentlich Tempo aufzunehmen, und ein bißchen fühlt man sich wie Tony Martin bei seiner Lieblingdiziplin. Allzu lange ist uns der Spaß aber nicht vergönnt, denn in Heiligenkreuz, wo man rechts auf die Bundesstraße Richtung Alland abzweigt, geht es für drei Kilometer bergauf. Genau am höchsten Punkt zweigt links eine kleine Straße ab, der man hinunter nach Mayerling folgt. In Mayerling biegt man rechts ab und nach wenigen Metern gleich wieder links auf die L4004. Über Maria Raisenmarkt geht es immer ansteigend bis zum höchsten Punkt kurz vor Schwarzensee. Rechterhand liegt der Peilstein. Die Felsabstürze, die den Peilstein zu einem der bekanntesten Wiener Klettergebiete machen und die eng mit so klingenden Namen wie Emil Zsigmondy und Fritz Kasparek verbunden sind, sieht man allerdings nicht, die befinden sich auf der anderen, westlichen Seite.

Am höchsten Punkt angekommen, fährt man geradeaus und kommt auf der L4007 ins Triestingtal und auf der B212 nach Bad Vöslau.

Mit der Idylle ist es ab Bad Vöslau dann leider vorbei. Es kommen zwar noch einige schöne Abschnitte, wie die nette gepflasterte Ortsdurchfahrt von Gumpoldskirchen und der folgenden Strecke durch die Weinberge. Ab Mödling wird es dann aber wieder etwas mühsam und man kann es sich aussuchen, ob man sich die letzten acht Kilometer in ewigem Zick-Zack durch Nebenstrassen müht oder doch den Verkehr der Hauptstraßen in Kauf nimmt.

Es muss nicht immer ein Frühstück bei Tiffany‘s sein!

 

Dieses Mal muss nach dem Aufstehen ein Schluck aus der Trinkflasche, die von der letzten Ausfahrt noch halb voll ist, als (erstes) Frühstück reichen. Denn es geht gleich los zum Donaukanal und dann in Richtung Norden.

Der Radweg ist eine entspannte Option, wenn nicht gerade Hochsaison herrscht. Er führt vorbei an Klosterneuburg, teils direkt an der Donau, teils etwas im Landesinneren. Wenn man auf dem Treppelweg unterwegs ist, kann die exponierte Position einen etwas unangenehmen Gegenwind bewirken. Da heißt es ruhig bleiben und auf der Windkante des Vordermanns oder der Vorderfrau zu surfen.

In Tulln angelangt, ist es endlich Zeit für das bereits angekündigte Frühstück. Am Hauptplatz gibt es mehrere nette Lokale. Auch hier schmeckt das klassische Wiener Frühstück sehr lecker!

Nach ausreichender Stärkung geht es an die Rückfahrt. Zunächst entlang der L 120 pfeilgerade bis Königstetten und ab hier über die Neuwaldegger Straße hinauf nach Scheiblingstein. In moderater Steigung fügt sich Kehre an Kehre – es ist zwar nicht die Auffahrt nach Alpe d’Huez, aber das Beschleunigen in der Kurve fühlt sich ähnlich an.

Nur kurz sind die Passagen mit etwas mehr Steigungsprozenten und fast zu schnell erreicht man den höchsten Punkt. Es eröffnet sich der bekannt schöne Blick auf die Bundeshauptstadt, die man zum Beispiel über die Hernalser Hauptstraße wieder erreicht.

 

Paris-Roubaix in Wien

 

Für Liebhaber des gepflegten Asphalts ist diese Tour nichts. Wer sich hingegen gerade auf Paris-Roubaix vorbereitet, ist hier goldrichtig.

Diese kurze Feierabendrunde ist sicherlich nicht jedermanns Sache. Dabei ist der Start nochgemütlich, denn auf dem Radweg geht es den Donaukanal entlang Richtung Norden; zunächst noch recht wuselig, mit jedem Meter wird es aber besser.

Bald erreicht man Klosterneuburg und im Stile der wallonischen Frühjahrsklassiker wuchtet man sich hinauf zum Stiftsplatz.

Wer hier schon ein Päuschen einlegen möchte, findet im Bereich der Agnesgasse ein überzeugendes Angebot netter Heuriger.

Nach einer kurzen Abfahrt wird es ernst: Gleich zu Beginn steilt die Höhenstraße auf und im Wiegetritt geht es vorbei an den Gründerzeitvillen Klosterneuburgs. Schon bald zeigt sich der selektive Charakter dieser Tour: Der Asphalt weicht dem erlesenen Kopfsteinpflaster der Höhenstraße und wie an der Mauer von Geraardsbergen ist man geneigt eine erste Attacke zu lancieren. Doch Vorsicht: Es sind einige Kehren, die man bewältigen muss, bevor man den Kahlenberg erreicht.

Von da an verläuft die Tour wellig über die erste Hügelkette des Wienerwalds, meist auf holprigem Untergrund, der Höhenstraße entlang weiter bis Penzing.

Die Rückfahrt zum Donaukanal ist zunächst noch unproblematisch, der Radweg am Wienkanal macht‘s möglich. Ab Schönbrunn folgt man entweder weiterhin den Radwegen links und rechts der Wien, dies hat den Vorteil leichter Orientierbarkeit, oder man nimmt die Felberstraße und fädelt sich dann über die Mariahilfer Straße durch die Stadt bis zum Donaukanal.

Um den Titel vorweg zu klären: Wer am Montag im Büro vor den ahnungslosen Kolleginnen und Kollegen angeben möchte, sollte sich für diese Tour entscheiden. Von Wien zum Neusiedler See über das Leithagebirge klingt stark. Ausgangspunkt ist in Wien, Niederösterreich wird quasi zu Gänze durchradelt und am Ende taucht man tief ins Burgenland ein.

Die Tour beginnt zum Beispiel bei der Urania oder auch an einem anderen Ort entlang der westlichen Kaimauer des Donaukanals. Am Radweg geht es dann immer entlang, bis der Kanal wieder in seinen Mutterfluss mündet. Durch die charmanten Vorstädte im Süden Wiens nähert man sich dem Flughafen, kurvt mitten durch die Parkplätze und vorbei am Südende der Landesbahn.

Langsam wird es richtig idyllisch, fast schon pannonisch. Getreidefelder und Windmühlen, lange Geraden und Rückenwind. In Kaisersteinbruch ist die Pforte zur Grande Mur: In drei bis fünf Serpentinen wuchtet man sich über das Leithagebirge; Zum Glück gibt es das Hinweisschild „5,5km kurvige Straße“ (Abfahr inbegriffen). Liegt der Neusiedler See erst einmal im Blickfeld, dann ist das Ziel nicht mehr weit. Über Jois nähert man sich Neusiedl und entlang der Seestraße letztlich dem See. Ein Eiskaffee hat man sich allemal verdient und weitere Großtaten können schonmal geplant werden. Darum: Wenn ich den See seh’. brauch‘ ich kein Meer mehr.

Für die Weiterfahr gibt es dann verschiedene Möglichkeiten: Man nimmt den gleichen Weg zurück nach Wien oder eine etwas westlich verlaufende Variante. Wer genug hat, kann auch von Neusiedl mit dem Zug zurück. Zum Wiener Hauptbahnhof fährt stündlich 20 Minuten nach der vollen Stunde ein Regionalexpress, Fahrtzeit ist ca 40 Minuten. Ein Zusteigen ist natürlich auch an einem der Zwischenstopps (Parndorf, Bruck an der Leitha, Gramatneusiedl) möglich (Stand: Sommer 2015). Variante 4 ist eine Option für Energiebündel: Die Tour kann entlang des Sees fortgesetzt werden: entweder, für Marathonisti, um den ganzen See oder bis Illmitz bzw Mörbisch und mithilfe der Fähre über den See. Zurück am Nordende steht wiederum der Zug zur Verfügung.

Diese Runde beweist einmal mehr, dass der Wienerwald nicht nur ein sehr schönes, sondern auch alles andere als ein leichtes Rennradgebiet ist. Was für ein Glück in unmittelbarer Nähe zur Großstadt solch fantastische Wälder, Straßen, Hügel und Ausblicke genießen zu können. Aber für einen guten Ausblick muss man erst einmal hinauf, und Auf und Ab bietet der Wienerwald und insbesondere diese Runde genug. Nie besonders lang, nie besonders steil, aber am Ende kommt doch eine fordernde und anstrengende Runde mit ansprechenden Höhenmetern heraus.

Ich lasse den Stadtverkehr gerne noch im Auto hinter mir, spätestens in Mauerbach, unserem heutigen Ausgangspunkt, hat man aber seine Ruhe. Entlang der Mauerbachstraße gibt es genügend freie Parkplätze, für die heutige Runde idealerweise in Höhe der Hohe Wand Wiese. Die Hohe Wand Wiese ist eine von 2 Schipisten im Wiener Stadtgebiet und 1986 immerhin Austragungsort eines Weltcuprennens. Obwohl Legenden wie Marc Girardelli und Ingemar Stenmark am Start waren, ging der weitgehend unbekannte Italiener Ivano Edalini als Sieger hervor.

Die Runde führt hinein nach Mauerbach, wo wir links Richtung Gablitz abzweigen und eine erste kleine Kuppe zu bewältigen haben. Gablitz ist rasch erreicht und an der B1 zweigen wir rechts ab Richtung Riederberg und Tulln. Die B1, die über 326 Kilometer von der Wiener Urania bis zum Walserberg bei Salzburg führt, war vor dem Bau der Westautobahn die wichtigste Ost-West-Verbindung Österreichs. Von dieser einstigen Bedeutung ist zum Glück nicht mehr viel zu merken und der moderate Anstieg nach Riederberg ist rasch geschafft. Und nur um jetzt keine falsche Euphorie aufkommen zu lassen, die beiden hinter uns liegenden Anstiege sind die mit Abstand leichtesten der gesamten Runde.

Vom Riederberg folgt eine schöne gut ausgebaute Abfahrt. Die erste Kurve heißt bezeichnenderweise Aussichtskurve mit einem schönen Blick auf die am Fuss des Wienerwaldes liegenden Dörfer. Nach der fünften Kurve, der Fuchs-Kurve, zweigen wir rechts ab und über schöne Landstraßen fahren wir über Ollern nach Katzelsdorf, wo der Anstieg auf den Tulbinger Kogel beginnt. In moderater Steigung geht es die langgezogenen Kurven hinauf mit schönen Blicken hinunter ins Tullnerfeld. Beim Passauerhof zweigen wir links ab und in weiteren zwei Kilometern geht es hinauf zum „Berg“hotel Tulbingerkogel. Es folgt eine kurze Abfahrt durch den gleichnamigen Ort hinunter zu der von Mauerbach heraufkommenden Straße, wo wir links Richtung Hainbuch abzweigen. Man sucht sich den Weg nach Unterkirchbach und hier hat man dann den Beweis, dass es im Wienerwald doch auch steil sein kann. 20% zeigt das Verkehrsschild hinauf nach Oberkirchbach an und genauso fühlt es sich auch an. Zum Glück nimmt in Oberkirchbach die Steigung rasch ab und bald darauf folgt eine längere Abfahrt über Arzgrub und Hintersdorf hinunter nach St.Andrä-Wördern, begleitet wie fast überall im Wienerwald vom Geruch des im Frühling am Straßenrand wuchernden Bärlauchs.

In St.Andrä-Wördern folgen ein paar Kilometer auf der Hauptstraße Richtung Klosterneuburg, der Verkehr ist allerdings nicht sehr schlimm und schon nach kurzem können wir in Greifenstein, dem Wegweiser zur Burg Greifenstein folgend, auf eine kleine schmale Straße abzweigen und der anspruchsvollste Anstieg des Tages hinauf nach Hadersfeld erwartet uns. Bald ist aber auch dieser geschafft und es folgt eine steile Abfahrt durchs Klosterneuburger Villenviertel mit schönen Blicken auf das Stift Klosterneuburg und auf Wien.

In Klosterneuburg suchen wir uns den Weg zum Stadtplatz und zum Busbahnhof, wo wir wieder rechts abbiegen und am Landesklinikum vorbei hinauf zum Stift und zum historischen Stadtkern fahren. Etwas mühsam durchs Klosterneuburger Einbahnstraßengewirr gelangen wir zur Weidlinger Straße am Fuss des Kahlenberges, dem 2016 die Österreich-Rundfahrt mit einer Mini-Bergankunft eine Besuch abgestattet hat. 

Entlang des Weidlingbaches geht es in sanfter Steigung talein. Nach einiger Zeit nimmt die Steigung leicht zu und die Straße schlängelt sich in wunderschönen Serpentinen hinauf zur Wiener Stadtgrenze, die wir beim Grüass Di a Gott Wirt erreichen. Hier ist es dann aber vorbei mit der Gemütlichkeit und das berüchtigte Kopfsteinpflaster der Wiener Höhenstraße erwartet uns auf den nächsten fünf Kilometern. Zwar mühsam, aber irgendwie gehört es zum Rennradfahren in und um Wien einfach dazu.

Bald haben wir die Kopfsteinpflasterpassage aber geschafft, worüber wir auch nicht böse sind und auf perfektem Asphalt geht es noch ein Stück bergab. In Neuwaldegg erwarten uns zwei Kreisverkehre. Im ersten fahren wir Richtung Hütteldorf, im zweiten Richtung Tulln und die letzte Steigung des Tages auf den Exelberg erwartet uns. Auch diesen letzten Anstieg sollte man nicht unterschätzen, zwar auch wieder nicht besonders lang und besonders steil, aber durch das ständige Auf und Ab merkt man die Anstrengung mittlerweile doch. Herrliche Blicke hinunter auf Wien entschädigen aber allemal für die Mühen und man wundert sich immer wieder wie nahe am Großstadttrubel man seine Ruhe hat und ein Naturerlebnis besonderer Art genießen kann.

Knapp unter dem Sendeturm am Exelberg ist der höchste Punkt der gesamten Runde erreicht und über die Sophienalpe geht es nur noch bergab nach Mauerbach und zum Ausgangspunkt.